Seit Mitte Januar besitze ich ein Apple MacBook. Meine Erfahrungen mit diesem tollen Gerät möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Ende letzten Jahres entschied ich, mir ein privates Notebook zuzulegen. Da ich schon immer gerne einen Mac haben wollte, um auch diese “Welt” näher kennenzulernen (ich hatte vor einiger Zeit schon einmal einen Mini-Mac der ersten Serie – die Systemleistung war aber so schwach, dass es wirklich keinen Spaß machte), bot sich das MacBook geradezu an. Denn mit den Intel-Macs kann man auch Windows (sogar gleichzeitig, dazu später mehr) neben MacOS X betreiben – und das wirklich brauchbar!

Mein MacBook hat folgende Ausstattung:

  • Typ: MA700/A (weiß)
  • 2,0 GHz Intel Core 2 Duo T7200
  • 2 GB 667 MHz DDR2 SDRAM (ursprünglich 1 GB, direkt nach Kauf selbst erweitert)
  • 160 GB Samsung S-ATA Festplatte (ursprünglich 80 GB, direkt nach Kauf selbst erweitert)
  • 6x SuperDrive Laufwerk (DVD+R DL/DVD+-RW/CD-RW)
  • Intel GMA 950 Grafikprozessor mit 64 MB DDR2 SDRAM gemeinsam mit Hauptspeicher
  • Integrierte iSight-Kamera, Mini-DVI-Ausgang (Adapter auf (S-) Video vorhanden)
  • 13,3″ TFT-Breitformat-Bildschirm (1280×800 Pixel) Hochglanz
  • 1 FireWire 400 – Anschluss, 2 USB 2.0 – Anschlüsse
  • Integrierte Stereo-Lautsprecher, Line In/-Out/Mic (analog und digital)
  • 10/100/1000 BASE-T Gigabit-Ethernet integriert
  • 802.11a/b/g/n AirPort Extreme WLAN integriert (2,5 und 5 GHz Band) bis zu 270 MBit/s (derzeit in Deutschland nur 135 MBit/s unterstützt)
  • Bluetooth 2.0+EDR
  • MacOS X 10.4.9 (durch Online-Updates)
  • iLife ‘06
  • FrontRow

Die Speichererweiterung war sehr einfach durchzuführen. Das MacBook hat zwei SO-DIMM-Steckplätze, die standardmäßig mit 2 x 512 MB bestückt waren. Der vorhandene Speicher musste also entfernt werden und wurde von mir durch 2 x 1 GB Corsair-Speicher gleicher Spezifikation ersetzt. Der Originalspeicher von Hynix ging zu Ebay… Bei der Planung des Speicherausbaus muss man bedenken, dass das MacBook keinen eigenen Grafikspeicher hat, sondern Teile des Hauptspeichers als Grafikspeicher verwendet. Dieser Speicher wird dynamisch zwischen 64 MB und 256 MB zugewiesen. Wenn man nur mit MacOS arbeiten möchte, reicht 1 GB fürs erste aus. Wenn man MacOS und Windows gleichzeitig nutzen möchte, solle auch noch etwas fürs Windows übrig bleiben. Dann rennt die Maschine nur mit 2 GB so richtig! Dazu später mehr.

Festplattenplatz kann man bekanntlicher Weise nie genug haben. Daher habe ich mich sofort entschieden, die vorhandene 80 GB-Platte durch eine 160 GB große Platte zu ersetzen. Mein MacBook beherbergt mittlerweile meine komplette iTunes-Datenbank. Auch weitere Betriebssysteme wollen Platz haben… Nach dem Austausch der Festplatte musste natürlich auch MacOS und die mitgelieferten Anwendungen neu installiert werden. Das verlief einfach durch Booten von der mitgelieferten DVD und ohne Komplikationen.

Die Hardware des MacBook macht einen sehr guten Eindruck. Der 64-Bit-2-Kern Core2Duo sorgt für ordentlich Rechenpower. 2 GB Hauptspeicher sorgen für genug Geschwindigkeit, da Swappen entfällt. Der Hochglanz-Bildschirm liefert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ein traumhaft scharfes und farbenprächtiges Bild. Die Blickwinkel sind allerdings etwas mehr eingeschränkt, als man das von einem Desktop-TFT-Bildschirm heute erwartet. Das Gehäuse ist durch die spiegelglatte Oberfläche recht empfänglich für Fingerabdrücke, so dass sich hier der Erwerb eines Microfasertuchs empfiehlt, um diese zu beseitigen. Das Tuch gibt es auch passend als Abdeckung zwischen Tastatur und Bildschirm.

Die einzige wirkliche Schwachstelle an der Hardware-Konfiguration ist der GMA950-Grafikchip von Intel ohne (schnellen) Grafikspeicher: 3D-Spiele kann man völlig vergessen! Ansonsten ist die Video-Leistung ausreichend, keine Ruckler im 2D-Modus, Overlays mit Videos problemlos möglich, Fernsehen problemlos möglich, DVDs schauen problemlos möglich. Besonders schön ist, dass Apple als Mitglied des Normierungsgremiums bereits den kommenden Standard WLAN 802.11n unterstützt, der durch die Nutzung des 5 GHz Bands neue Möglichkeiten in überlasteten Regionen schafft (die Basisstation muss das aber auch können, die von mir verwandte Fritz!Box 7170 kann es nicht) und zudem Geschwindigkeitszuwächse von bis zu Faktor 5 auf 802.11g verspricht. Dieses Feature ist hardwareseitig bereits integriert, muss allerdings softwareseitig durch ein kostenpflichtiges (1,99 EUR!) Firmware-Update erst aktiviert werden. Der Obulus von 1,99 EUR ist wohl auf einen in den USA durch Apple verlorenen Rechtsstreit zurückzuführen, wobei erhebliche Verbesserungen der Hardware nicht kostenlos durch ein Firmware-Update geliefert werden dürfen… Offensichtlich haben sie sich daher weltweit für die Schutzgebühr entschieden. Aber 1,99 EUR ist die Zukunft des WLAN schon wert.

MacOS X hat eine sehr schöne Oberfläche, die aber etwas gewöhnungsbedürftig ist. Z. B. ist das Verhalten der Fenster völlig anders, als von Windows gewohnt. Wenn man z. B. einen Doppelklick auf die Titelleiste eines Fensters macht, wird das Fenster nicht auf das Bildschirmmaximum vergrößert, sondern verschwindet im Dock. Auch die Tastaturbelegung ist zunächst etwas ungewohnt. Vom Look-and-Feel gefällt mir MacOS allerdings besser als Windows XP. Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und übersichtlich. Noch besser gefällt mir allerdings Windows Vista (ohne hier jetzt Äpfel mit Birnen vergleichen zu wollen)…

“Standardanwendungen” des täglichen Internet-Bedarfs, wie z. B. Firefox und Thunderbird sind immer in aktueller Version für MacOS verfügbar und bedienungsgleich mit der korrespondierenden Windows-Version. Das Microsoft Office ist in einer “besonderen” Version (Office 2004), die weitestgehend Dateiformat-kompatibel ist, ebenfalls verfübar. Der Intel-Mac kann dank “Rosetta” neben Intel- und Universal-Anwendungen auch PowerPC-Anwendungen für MacOS X ausführen. Dies ist z. B. bei Office 2004 der Fall, da Office derzeit nur als PPC-Version verfügbar ist. Für den Herbst soll eine neu entwickelte (!) Version 2008 herauskommen, die dann natürlich auch (oder nur?) den Intel-Mac direkt unterstützt. Ansonsten gibt es alle Kreativ-Programme mindestens auch für den Mac (Adobe, Quark, Aldus etc.).

MacOS X basiert auf Unix (Darwin). Linux- und Unix-Eingeweihte werden sich daher über die Shell freuen, wo alle wichtigen Befehle und Tools auf Kommandozeilenebene vorhanden sind. Einen PuTTY braucht man z. B. nicht zu installieren, das Kommando “ssh” steht serienmäßig zur Verfügung. Die Stabilität des Systems ist ausgezeichnet, ich habe bisher noch keine hängenden Anwendungen oder Abstürze erlebt. MacOS X kann mit der Hardware perfekt umgehen: Standby funktioniert, wie es sein sollte; die Stromsparmodi funktionieren, wie sie sollten; die Akku-Ladestandsanzeige mit -Restlaufzeit funktioniert und gibt stimmige Werte zurück; die Akku-Laufzeit ist mit über drei Stunden bei “normalem” Betrieb mit WLAN recht lang!

MacOS ist einfach zu konfigurieren, bietet aber auch sämtliche Experteneinstellungen in der Tiefe. Man braucht sie bloß einfach nicht! Bestes Beispiel war WLAN: Ich habe meine Fritz!Box auf WPA2 (TKIP) eingestellt. Mein neues MacBook hat die SSID ohne jegliche Einstellungen sofort gefunden und wollte nur den “Netzwerkschlüssel” haben. Diesen habe ich von der Rückseite der Fritz!Box abgeschrieben und einfach eingegeben. Sofort wurde die Verbindung hergestellt! Ich musste nicht auswählen, welche Verschlüsselung ich habe, ob Windows oder der Modulhersteller WLAN steuert, etc. Wer so etwas schon mal unter Windows versucht hat, weiß, dass eine WLAN-Verbindung immer ein kleines Abenteuer ist! Wenn man aber dennoch Einfluss auf die Einstellungen nehmen möchte, findet man tief im MacOS auch den Zugriff auf das Eingemachte.

Seit Montag habe ich ein neues Spielzeug: einen Terratec DVB-T-Stick CinergyT USB XS mit einer Vollversion der tollen Software “EyeTV”. EyeTV ist eine wirklich gelungene TV-Anwendung unter MacOS. Grafisch chique, ansprechend, aufgeräumt. Technisch sehr gut realisiert, mit Aufnahmefunktion, Integration des DVB-EPGs oder auch des Internet-Dienstes tvtv, nahtlose Integration in Frontrow (eine Art MediaCenter für den Mac) und somit mit der beim Macbook mitgelieferten Fernbedienung angenehm vom Sofa zu bedienen. Sehr interessant ist auch die Möglichkeit, maximal alle Programme desselben Bouquets (z. B. bei ARD Kanal 65 in Köln/Bonn: Das Erste, 1Festival, arte, Phoenix) gleichzeitig in mehreren Fenstern darstellen zu können und auch andere Programme desselben Bouquets aufzunehmen, während man ein anderes schaut. Das alles mit nur einem Tuner! Aufnahmen können auf Wunsch sofort nach dem Aufnahmeende automatisch für den iPod konvertiert werden und via iTunes auf selbigen repliziert werden. So kann man z. B. die abends aufgenommene Sendung danach sofort mitnehmen. Die Hardware von Terratec hat den großen Vorteil, dass sie ebenfalls unter Windows läuft (Treiber und Programm ist auch im Mac-Paket mit dabei). Außerdem sind die Empfangseigenschaften selbst mit der mitgelieferten Mini-Stabantenne sehr brauchbar (selbst mit der passiven Mini-Antenne habe ich in einem Randgebiet im Zimmer brauchbaren Empfang – am Fenster absolut störungsfrei).

Kommen wir nun zum Highlight und sicherlich zu einem Haupt-Entscheidungsgrund, warum ich mich für das MacBook entschieden habe: Neben MacOS kann das MacBook auch Windows XP und Windows Vista ausführen! Und das auf zwei Arten: entweder durch die Verwendung von BootCamp oder durch eine Virtualisierungssoftware, wie z. B. den Parallels Desktop. Außerdem können beide Wege auch kombiniert werden.

Apple hält zu Mac OS X 10.4 (“Tiger”) im InterNet kostenlos eine Beta-Version der Software BootCamp bereit. Diese Software ermöglicht es, MacOS X und Windows XP oder neuerdings auch Windows Vista auf derselben Maschine zu installieren. Mithilfe eines Bootmanager (Alt-Taste drücken) kann man beim Systemstart entscheiden, welches Betriebssystem geladen wird. Mit Version 10.5 (“Leopard”) von MacOS, die voraussichtlich diesen Oktober erscheinen wird, wird BootCamp zur Standardkomponente des Betriebssystems. Mit dem BootCamp-Assistent richtet der Anwendung zunächst durch Verkleinern der MacOS-Partition eine eigene Partition für Windows ein. Danach muss eine Treiber-CD für Windows gebrannt werden. Sodann startet der Assistent den Rechner mit der Installation von Windows XP oder Vista (Originalmedium und -lizenz sind natürlich erforderlich!). Nach der Installation legt man einfach die Treiber-CD ein und die gesamte Hardware wird von Windows perfekt unterstützt! Spätestens jetzt sieht man, das Apple hier überwiegend auf Standard-PC-Hardware gesetzt hat. Jetzt hat man auf der selben Maschine auch noch ein vollwertiges Windows-Notebook. Lästig ist nur noch das Umbooten von MacOS nach Windows.

Und auch hier gibt es Abhilfe: Parallels Desktop. Mit dieser tollen Virtualisierungssoftware und dank der VT-Techniken des Intel Core(2)Duo kann Windows gleichzeitig mit MacOS betrieben werden. Dazu kann man sowohl die eventuell vorhandene BootCamp-Partition mit Windows XP (Vista wird hier leider noch nicht unterstützt) einfach im Parallels “virtuell starten”. Parallels stellt eigene Tools unter Windows zur Verfügung, die Treiber und Schnittstellen zur virtuellen Hardware herstellen. Das klappt sehr gut. Die Rechenleistung ist recht hoch, lediglich die virtualisierte Grafikleistung lässt doch sehr zu wünschen übrig! Hier ist ein direkt über BootCamp gebootetes Windows mit direktem Hardware-Zugriff doch deutlich flinker. Besonders nett ist auch der neue Seamless-Mode, wo einzelne Windows-Fenster nahtlos mit den MacOS-Fenstern gemeinsam koexistieren (“Coherence”). Spätestens jetzt wird auch klar, warum man m. E. 2 GB RAM braucht. 800 MB sollte man der Windows-VM schon zuweisen, damit diese “rund” läuft. Und woher nehmen… bei 1 GB Standard-RAM?

Neben der BootCamp-Partition kann Parallels auch eigene virtuelle Platten (als Datei im Mac-Filesystem) anlegen. Hierauf kann man sich “austoben” und Programme testen. Als Gast-Betriebssystem wird hier neben allen Windows-Versionen (auch Vista, nur nicht im BootCamp), auch DOS, OS/2 *sigh*, Linux, u. a. offiziell unterstützt! Ich habe unter anderem eine VM mit DOS 6.22 installiert und kann endlich wieder Turbo Pascal für DOS nutzen, incl. CRT-Unit. Let the old times rule!

Ich habe den Kauf auf jeden Fall nicht bereut! Das MacBook ist ein guter Begleiter zuhause und auf Reisen. Besonders unter Windows (schlechterer Intel-Originaltreiber für den GMA950?) ist die Grafikleistung allerdings etwas schwach. Hier wäre eine “echter” Grafikprozessor von NVidia oder ATI wünschenswert. Den bekommt man im MacBook Pro, allerdings schon um einiges teurer. Das MacBook 2,0 GHz weiß gibt es ab 1319,00 EUR (meins hat noch 1279,00 EUR gekostet, bestellt vor der MWSt-Erhöhrung). Das MacBook Pro schlägt mit mindestens 1999,00 EUR zu Buche und spielt damit schon in einer ganz anderen preislichen Liga.

18. April 2007, 18:12 Uhr

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Bisher 3 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von hozi

    Und ich behaupte mal ein passendes Sicherheits-Torx-Bit (mit Innenloch) ist auch in einem besser sortierten Werkzeugkasten eher Mangelware.

    Da hast Du allerdings recht. Das habe ich in meinem Bericht nicht mehr bedacht. Apple sieht vor, dass die Platte gegen eine offizielle Apple-Platte ersetzt wird, die in einem passenden Tray daherkommt. Wenn man jedoch eine handelsübliche Platte nehmen möchte, was natürlich auch geht, braucht man einen TX 8 (war es glaube ich) Torx Secure, den wir glücklicherweise zum Borgen auf der Arbeit hatten…

  2. Kommentar von mausix

    160 GB Samsung S-ATA Festplatte (ursprünglich 80 GB, direkt nach Kauf selbst erweitert)

    … zumindest wenn man das richtige Werkzeug besitzt.

    Und ich behaupte mal ein passendes Sicherheits-Torx-Bit (mit Innenloch) ist auch in einem besser sortierten Werkzeugkasten eher Mangelware.

    Wenn man aber ein solches Bit besitzt wird das ganze zum Kinderspiel

  3. Kommentar von molli

    Als langjähriger Mac-Nutzer teile ich deine weitgehend positive Einschätzung des Macs an sich. Die meisten Dinge die du ansprichst habe ich auch schon so oder ähnlich getestet, daher spare ich mir an dieser Stelle eine komplette Wiederholung.

    Das Notebook ist bei mir allerdings noch ein PowerBook G5, neu dazu kam Anfang des Jahres des MacPro.

    Ergänzen möchte ich folgendes:

    Auch 2 GB RAM erscheinen mir für einen gleichzeitigen Betrieb von MacOS und Windows nicht viel. Die Aufrüstung ist aber natürlich beim MacPro einfacher als beim Book… Ich schrecke aber derzeit noch zurück, weil ich mir nicht sicher bin, ob die Kühlkörper an den Modulen wirklich notwendig sein oder übertriebenes Geldschneiderei-Voodoo.

    Für den Wechsel auf die größere Platte wäre eine Neuinstallation eigentlich nicht nötig gewesen, eine einfach Kopie (z.B. mit SuperDuper und bunt) wäre auch gegangen. Ich gehe davon aus, dass du das weißt und deine Gründe hattest.